Mit Robotik im Gepäck: Dr. Kathrin Grahmann auf Forschungsreise durch Südamerika

Autonome Feldroboter können die Landwirtschaft verändern – aber welchen Einfluss haben sie auf unsere Böden? Mit dieser Frage im Gepäck reiste Dr. Kathrin Grahmann, Leiterin der ZALF-Nachwuchsgruppe SoilRob, im Sommer 2026 nach Brasilien, Uruguay und Argentinien.

Erste Station war die 17th International Conference on Precision Agriculture (ICPA), die gemeinsam mit dem 11th Brazilian Congress on Precision and Digital Agriculture (ConBAP) vom 13. bis 16. Juli 2026 in Porto Alegre stattfand. Die Konferenz brachte Forschende aus der internationalen Precision-Agriculture-Community mit Akteur:innen aus Forschung und Praxis in Brasilien zusammen und bot eine wichtige Plattform für internationalen wissenschaftlichen Austausch und Vernetzung. SoiRob wurde dort mit dem Beitrag „Results from a Scoping Review: The Role of Autonomous Mechanical Weeding Robots in Climate-smart Soil Management“ vertreten. Die Ergebnisse der Scoping Review zeigen, dass das Wissen über die Auswirkungen autonomer mechanischer Hackroboter auf Bodenfunktionen bislang sehr begrenzt ist. Während sich die meisten bisherigen Studien auf technische Leistungsfähigkeit und Unkrautregulierung konzentrieren, fehlen Untersuchungen zu langfristigen Auswirkungen auf Bodengesundheit, Wasserhaushalt, Kohlenstoffspeicherung oder Nährstoffkreisläufe weitgehend.

Die Reise nach Südamerika stand aber nicht nur im Zeichen der Präsentation neuer Technologien, sondern vor allem auch der Diskussion ihrer agronomischen und ökologischen Auswirkungen. „Wir sprechen viel über das technische Potenzial von Feldrobotern. Aber wir wissen noch viel zu wenig darüber, wie sie langfristig auf Böden und Agrarökosysteme wirken“, fasst Dr. Grahmann eine zentrale Botschaft ihrer Forschung zusammen.

Die weiteren Stationen der Reise führten Kathrin Grahmann anschließend nach Uruguay an die agrarwissenschaftliche Fakultät der Universität Uruguay (FAGRO) und deren experimentelle Außenstelle in Paysandú (EEMAC); dem nationalen Agrarforschungsinstitut INIA in Colonia del Sacramento, sowie an die agrarwissenschaftliche Fakultät in Buenos Aires (UBA-IFEVA), Argentinien. Im Mittelpunkt der verschiedenen Seminare, Vorträge und Feldbesuche stand die Frage,

wie sich zunehmend komplexe und diversifizierte Agrarsysteme künftig effizient und nachhaltig bewirtschaften lassen. Diskutiert wurde insbesondere, welche Rolle autonome Feldroboter, hochauflösende Sensorik und intelligente Entscheidungsunterstützungssysteme dabei spielen können. Dieser internationale Austausch ist für die Entwicklung zukünftiger Agrartechnologien entscheidend. Robotik braucht internationale Netzwerke – aber vor allem braucht sie den Dialog zwischen Ingenieurwissenschaften, Pflanzenbau und Bodenwissenschaften. Mit SoilRob bringt das ZALF diese Perspektiven zusammen und positioniert sich international an der Schnittstelle zwischen Robotik und nachhaltigem Bodenmanagement.

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